#17 Interozeption: Wie du die Signale deines Körpers lesen lernst
Shownotes
🧠 Takeaways dieser Folge
- Interozeption ist die Wahrnehmung innerer Körpersignale wie Temperatur, Druck, Puls, Spannung oder Hunger.
- Unser Gehirn verarbeitet diese Signale nicht neutral: Erfahrungen und Erwartungen prägen, welche Bedeutung wir ihnen geben.
- Veränderung beginnt im Raum zwischen Reiz und Reaktion.
- Gut reflektieren heißt nicht automatisch gut spüren. Denken und Fühlen sind zwei verschiedene Informationsquellen.
- Bei sehr gedämpfter oder sehr intensiver Wahrnehmung hilft oft erst äußere Orientierung, Co-Regulation und Sicherheit, bevor wir tiefer nach innen gehen.
- Sensorische Tools wie Positionen, Hilfsmittel, Gewichtskissen oder sanfte Berührung können dem Körper neue Erfahrungen zeigen.
- Interozeption ist ein Prozess: Level für Level, mit Neugier statt Bewertung.
🧘♀️ Mini-Impuls für deinen Alltag:
- Nimm dir heute einen ruhigen Moment und richte deine innere Taschenlampe nach innen:
- Wie fühlt sich deine rechte Körperseite an und wie deine linke?
- Welches innere Tempo hast du gerade? Eher schnell oder eher langsam?
- Ist da gerade viel oder eher wenig los?
- Wo spürst du Druck oder Spannung und wo eher Leichtigkeit?
- Atme einmal summend aus: Verändert sich etwas in deinem Brustkorb oder deinem Gesicht?
- Wenn erstmal keine Antwort kommt, ist das völlig okay. Dein Atem ist ein guter Anker, um anzufangen.
- Nicht um etwas zu bewerten, sondern um wahrzunehmen.
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Transkript anzeigen
00:00:00: So, let's go.
00:00:04: Hi Chrissie!
00:00:05: Hi Lena.
00:00:06: Na?
00:00:07: Wie sieht es aus bei dir?
00:00:08: Joa, ähm... Soll ich jetzt ehrlich sein?
00:00:13: Ich war heute
00:00:14: so aus
00:00:14: Diopaten.
00:00:18: Ja.
00:00:19: Ich muss meinen Kopf mal wieder ein bisschen beruhigen lassen durch externe Hände.
00:00:25: Du hast Kopfschmerzen jetzt schon lange.
00:00:26: Ja, ich
00:00:26: hab Kopf- ja genau.
00:00:27: Und wie siehts bei dir aus in den Entzügen der Schwangerschaft?
00:00:33: Gut, ich habe das Gefühl bei mir ist eigentlich das Wohlgefühl parallel zum Verlauf der Schwangerschaft.
00:00:42: Also je länger es dauert, desto besser fühle ich mich.
00:00:44: Ja,
00:00:46: echt gut!
00:00:48: Echt gut.
00:00:49: Sehr schön.
00:00:51: Aber deine Kopfschmerzen können uns vielleicht so ein bisschen schon ins heutige Thema einleiten denn ich vermute du merkst sie sehr stark weil es hat dich zu der Handlung bewogen zum Osteopathen zu gehen?
00:01:01: Ja auf jeden Fall Definitiv.
00:01:03: Und
00:01:05: da ist irgendwie ein Signal quasi im Körper, was dir nicht möglich war, nicht zu fühlen und du hast entsprechend für dich irgendwie interpretiert und heute gesagt hast okay ich gucke mir das jetzt nicht mehr länger an sondern ich handle jetzt und gehe zum Osteopathen oder zur Osteopathin.
00:01:23: Ja also ich habe jetzt länger versucht es selbst zu regeln und hab diverse Dinge probiert und merke einfach, dass das diesmal ohne Unterstützung nicht möglich ist.
00:01:40: Da eine Lösung beziehungsweise einen hinweg machen der Kopfschmerzen.
00:01:52: Ja, dass es möglich ist genau.
00:01:56: Und wir wollen nämlich heute auf die inneren Signale des Körpers gucken gar nicht jetzt nur Schmerz sondern alle Signale, die wir im Körper so empfinden.
00:02:06: Das kann Temperatur sein, das kann Druck sein in Kribbeln, einen Pulsieren, ein Rhythmisch Schlag, Spannung...
00:02:16: Ein Rhythmus,
00:02:19: Verdauungsreize, Hunger alles Mögliche und eigentlich diese feine Kunst genau dieser inneren Signale wahrzunehmen und sie aber auch zu lesen, zu lernen und zu interpretieren so dass daraus Orientierung entstehen kann.
00:02:41: Genau das Ganze nennt man Interozeption.
00:02:44: Das ist der Fachbegriff für die inneren Wahrnehmungen diese feinen Signale die unser Körper uns schickt wie zum Beispiel in meinem Fall jetzt Kopfschmerzen.
00:02:58: Genau, und das Interessante ist dass wir häufig den Eindruck haben, dass wir zum Beispiel Entscheidungen mit dem Kopf treffen.
00:03:04: Dass wir denken.
00:03:06: und letztlich ist es aber so, dass Wir heutzutage wissen, dass die Grundlage dafür ganz häufig die vielen ständig parallel ablaufenden Signale unseres Körpers in all diesen Bereichen sind, die wir gerade genannt haben Und nicht nur diese wahrzunehmen sondern vor allem interessanterweise auch wie das Nervensystem, wie letztlich das Gehirn daraus eine Bedeutung macht.
00:03:37: Einerseits passiert ganz viel im Inneren unseres Körpers was wir wahrnehmen oder eben nicht wahrnehmen und unser Gehirnen macht daraus... Bedeutung sozusagen basierend auf den Erfahrungen, die es gemacht hat oder eben auch aus der Erwartung was es kennt und somit auch den Mustern.
00:04:00: Und deswegen finden wir das so spannend für Repattern heute nochmal ganz genau auf das Thema zu gucken Denn um Muster zu verändern müssen wir sie erstmal bemerken und dafür brauchen wir quasi diesen Raum zwischen Reiz und Reaktion.
00:04:19: Genau das ist eigentlich, darum geht es eigentlich bei Interozeption.
00:04:23: Dass wir zwischen den Mustern die greifen in dem Moment wo unser Gehirn sie interpretiert ja ein bisschen mehr Platz schaffen
00:04:34: Ein bisschen mehr platz schaffen oder aber halt auch Den Weg verändern.
00:04:38: also man kann sich das vielleicht so vorstellen dass Ja ich nehme jetzt einen Kopfschmerz war Das der Reiz Und daraus gibt es eine Reaktion.
00:04:48: Das kann Panik sein, das kann jetzt also nicht eine Schmerztablette sein, also Hilfe ich brauche etwas, also irgendwas.
00:04:56: Es kann man sich als vielleicht so als eine Art Container vorstellen dass der Körper bzw.
00:05:02: das Gehirn halt verschiedene Möglichkeiten hat auf diesen Reizkopfschmerzen zu reagieren.
00:05:08: und im Prinzip geht's ein bisschen darum den Weg zu dem Container Verlängern, zu verändern vielleicht zu einem anderen Container hinzuführen und ja da ein bisschen ich sage mal von dem vielleicht dysfunktionalen Muster hinzukommen.
00:05:31: Zu einem funktionaleren Muster wo dann vielleicht nicht das Ende die Kopfschmerzen sind sondern einfach eine Unruhe oder ähnliches.
00:05:45: Ihr merkt schon, das ist ein sehr tiefes Thema wo sich viele Ebenen miteinander verschachteln und wir versuchen heute euch so ein bisschen in die verschiedenen Ebennen ohne große Umwege reinzuholen.
00:06:03: Genau!
00:06:04: Das heißt wir gucken eigentlich auf das Wahrnehmungssystem für unsere inneren Körperzustände und dass es natürlich auch unterschiedlich ausgeprägt bei Menschen.
00:06:13: manche können das sehr präzise wahrnehmen, andere weniger präzieße.
00:06:21: Manche spüren vielleicht total wenig, andere total viel.
00:06:24: Das heißt, dass es eine Fähigkeit adäquat sozusagen diese Signale überhaupt wahrzunehmen und zu spülen die Tatsache, dass unser Gehirn das nicht als Rohdaten quasi weiter verarbeitet sondern wir innere Verarbeitungsmuster haben nach denen unser Geirn diese Signale dann sofern sie wahrgenommen wurden einordnet.
00:06:52: Und die basieren eben auf den Erfahrungen, die wir schon gemacht haben, und aus den sich daraus bildenden inneren Verarbeitungsmuster, Interpretationsmustern.
00:07:05: Das heißt unser Gehirn ist dann nicht unbedingt eine neutrale Verarbeitungzentrale oder unser Därfensystem sondern all das was wir mitbringen, was wir erfahren haben quasi spielt in die Interpretation von diesen reinen sachlichen Daten sozusagen mit hinein.
00:07:22: Genau also vielleicht da noch mal ein Beispiel zuzunennen.
00:07:27: also wenn jetzt jemand knieschmerzen ich mache das jetzt mal anhand von schmerzen weil es ja für mich einfacher ist, wenn jemand knieschmerzen hat der schon ganz oft Probleme mit seinen knien hatte da werden halt die kleinsten schmerzsymptome direkt im container oder im reaktionsmodus.
00:07:50: Panik, Hilfe, Scheiße fängt das jetzt wieder an.
00:07:54: Unsicherheit, dass das Nervensystem im Alarm zustand und zwar sofort!
00:07:59: Der Weg dahin ist kurz und es gibt keine andere Möglichkeit einen anderen Weg einzuschlagen.
00:08:05: Wenn hingegen jemand Knieschmerzen bekommt der vielleicht wenig Kniesschmerzen in seinem Leben hatte generell eigentlich sehr... ich sag mal Ich würde es gar nicht sagen fitter Mensch, sondern einfach ein Mensch ist der in seinem Leben noch nicht viel Schmerzen hatte.
00:08:20: Dann nimmt er diese Knie-Schmerzen vielleicht einfach wahr und sagt ja, er hat gerade Knie schmerzen aber die Bedeutung dessen ist halt was anderes.
00:08:30: Es gibt kein Panik, es gibt einfach noch einen Ruhemodus, es wird weiter agiert Und das ist einfach dieser Zwischenraum zwischen... Was Chrissy auch eben sagte Ja, Reiz und Reaktion denen wir letztendlich wo wir die Möglichkeit haben den etwas zu verändern.
00:08:54: Wo wir das Muster letztendling von diesem Weg halt ja verändern dürfen bzw in die Änderung geben können.
00:09:08: Voll!
00:09:11: Das heißt selbst wenn wir uns gut spüren heißt das noch nicht, dass alles Tutti ist.
00:09:17: Sondern die Frage heißt eigentlich was bedeutet dieses Spüren und wie interpretieren wir das?
00:09:26: Und
00:09:27: Interpretieren wir es so wie unser Körper uns gerade etwas sagen möchte?
00:09:31: oder wird aus einem Zustand dann ein anderer?
00:09:35: durch eine Fehlinterpretation?
00:09:37: also wie Lena gerade gesagt hat wird aus Knieschmerzen dann Angst oder wird Aus Hunger Unruhe.
00:09:45: Ich glaube viele von uns kennen das, wenn wir hangry werden.
00:09:48: Eigentlich gar nicht gemerkt haben so Warte mal eigentlich muss ich immer eben nur was essen und dann geht es schon wieder sondern Wir werden auf einmal irgendwie total Weislich unangenehm Kackenleute an oder sowas.
00:10:04: Das wäre ein klassisches Alltagsbeispiel für eine Fehlinterpretation.
00:10:13: so viele Beispiele eigentlich nennen.
00:10:15: Also aus der Psychotherapie ist ein ganz klassisches Beispiel auch das Thema Panik und Angst, dass wir zum Beispiel wenn mein Herz schneller schlägt kann sein ich gehe eine Treppe hoch und streng mich also an und mein Herz schleckt schneller erst mal was ganz normal ist was nicht schlimm ist was eigentlich eine Anpassungsleistung unseres Körpers ist.
00:10:35: er will uns jetzt mehr Energie zur Verfügung stellen um diese treppe hoch zu gehen.
00:10:40: Und vielleicht interpretiere ich das aber aufgrund meiner bisherigen Erfahrung.
00:10:45: Vielleicht hatte ich schon mal Panikattacken und kennen dieses krasse Herzschlagen in Verbindung mit einer Panikattacke, wo ich dann auch noch schwitze oder zitter oder das Gefühl habe Ich bin irgendwie gar nicht mehr in meinem Körper sondern außerhalb oder ich hab Todesangst alle mögliche Symptome die auch noch dazukommen können.
00:11:04: Das ist dann vielleicht so stark mit diesem Herzklopfen verbunden dass unser Gehirn dann direkt dieses Bedeutungsmuster quasi zur Verfügung stellt.
00:11:13: Und ich denke, oh Gott mein Herz schlägt schneller Gefahr.
00:11:18: nicht dass ich gleich wieder eine Panikattacke kriege und das ist da aber schon der erste Schritt um diesen Teufelskreis irgendwie loszutreten.
00:11:25: also Das ist ein ganz klassisches Beispiel.
00:11:29: Aber letztlich könnten wir jetzt alle mögliche Alltagsbeispiele und auch klinische Beispiele durchdeklinieren.
00:11:37: Ich meine am Ende geht es halt einfach darum, dass es immer unterschiedliche Körperzustände sind die halt auf unterschiedliche Arten und Weisen interpretiert werden.
00:11:48: Und die Frage ist halt wie ist der Weg zwischen Wahrnehmung und Interpretation?
00:11:56: Kriegen wir das mit einem Nervensystem hin indem wir uns sicher fühlen indem wir ruhig sind, in dem halt eine Basis da ist.
00:12:04: In dem halt Orientierung da ist oder läuft es aus einem Ruder?
00:12:10: Ich nenne das mal ein Anführungsstrichen so und es gibt keine Orientierung.
00:12:16: Das sind dann jetzt zum Beispiel die Beispiele mit der Panikattacke unter Treppe oder auch mit dem Knie.
00:12:21: Und ja
00:12:25: genau.
00:12:26: Genau!
00:12:26: Da wird's eigentlich auch wieder spannend wenn wir noch einmal im weitesten Sinne Trauma gucken und jetzt können wir das im klinischen Ausmaß.
00:12:34: Wir können aber auch einfach auf traumatische Erfahrungen gucken, die ja eben dann auch unser Erleben prägen, was Erfahrungen sind.
00:12:45: Aufgrund derer wir vielleicht bestimmte Erwartung in die Zukunft projizieren und dadurch so die Frage kann ich meinem Körper vertrauen.
00:12:56: Also oft ist ja so die Stelle Antwort, Vertrau einfach deinem Körper, hör da mal hin, spieler mehr hin und das lohnt sich schon, dass auch ein bisschen differenzierter zu betrachten weil je nachdem welche Erfahrung wir vielleicht gemacht haben, welche Übung wir haben wie genau wir wahrnehmen, kann das sinnvoll sein und auch nicht... also eigentlich geht es vielmehr darum eine Beziehung zu diesen Signalen entwickeln, wo wir vielleicht auch manche Muster nochmal unterbrechen.
00:13:32: Wo wir versuchen in so ein wertfreies Beobachten zu kommen.
00:13:36: und ja die Frage nach Traumatschner Erfahrung macht eben diese Frage kann ich meinem Körper vertrauen noch mal besonders sensibel?
00:13:45: Ja auf jeden Fall!
00:13:47: Und ich glaube da ist halt einfach auch immer wichtig überhaupt die Wahrnehmung oder das eigene.
00:14:02: jetzt kommen wieder so ein bisschen mit dem Reflexionsgedanken, den schmeiß ich jetzt mal rein.
00:14:08: Wenn ich halt in der Situation wo da kommen wir jetzt wieder Knie- oder Panikattacke nehmen wenn ich jetzt merke mein Ich als kniegeschädigter Mensch, mein Knie tut weh.
00:14:20: Es ist eine traumatische Erfahrung die ich erlitten habe vielleicht ne OP, vielleicht nen Unfall was auch immer und es geht sofort das Nervensystem bei dem kleinsten Schmerz nach oben nicht mehr vorhandenen Orientierungen einer Hilfe.
00:14:39: Ich kann jetzt gar nichts mehr, vielleicht sogar in einer immobilien Situation wo ich mich nicht mal mehr bewegen kann wenn ich dann aber auf dem Schirm habe und verstehe rein von auf der Verstandskognitionsebene, dass ich ja ein traumatisierter Mensch bin mit meinem Knie und mir in der Situation hervorrufen kann.
00:15:00: Dass das jetzt aufgrund meines Traumers eine Fehlinterpretation oder eine Überinterpretation eine... Ich sag mal, dass es da eigentlich drum geht einen anderen Weg einzuschlagen wenn ich das mit bekomme.
00:15:16: Alleine dieser Fakt, ich weiß.
00:15:18: Ich bin da traumatisiert und kann jetzt vielleicht nicht zu hundert Prozent darauf zählen dass das jetzt gerade wirklich so schlimm ist Und dann halt Techniken habe die ich anwenden kann um diese Wege zu verändern Dann finde ich es der erste Weg schon gemacht.
00:15:38: So, und das ist ja auch... Also so, ich weiß nicht.
00:15:40: Wenn jetzt jemand zu schnell die Treppe hochläuft und merkt, dass Herz klopft und es kommen diese Symptome, die man sonst bei einer Panikattacker hat aber die Reflexion erfolgt nahem Moment mal.
00:15:52: Ich weiß ja wie das bei mir läuft Warte mal kurz ab, innehalten.
00:15:58: Ist das hier jetzt so?
00:16:00: Und dann haben wir einfach schon einen ersten Moment gemacht.
00:16:06: Dürfen aber nicht Verwechseln, Reflektion gleich Interozeption.
00:16:11: Ne voll genau und wie du sagst das ist eineseits das coole dass wir das verändern können ne?
00:16:15: Das ist mega gut!
00:16:17: Und ja gleichzeitig gibt es einfach einen Unterschied zwischen dieser Quick and Dirty Bearbeitung was direkt greift und das was wir verstandenes technisch für uns aufgearbeitet haben, was wir erklären können.
00:16:37: Narrative die wir über uns haben und so ne?
00:16:39: Und das ist ja auch wenn wir nochmal abschließend bei Trauma sind mit traumatischen Erfahrungen häufig ja nicht oder ganz häufig ja auch noch mal unabhängig von traumatischen Erfahrung oder nicht die quick and dirty Route die dann greift und schnell das und dass vorschlägt.
00:17:00: dafür braucht es diesen Raum zwischen Reiz und Reaktion.
00:17:03: Und wenn wir über traumatische Erfahrungen sprechen, dann haben wir im Prinzip beide Möglichkeiten.
00:17:09: Dass manche Menschen tendenziell eher gedämpft ihre Körpersignale wahrnehmen und da einfach nicht viel von sich mitkriegen und somit dann eben auch bestimmte Bedürfnisse, bestimmte Handlungen die jetzt notwendig wären und sei es nur okay ich lasse mal meine Muskeln irgendwie meine Schultern runter oder sowas, weil ich angespannt bin.
00:17:35: Oder ich erst jetzt was oder ich mache eine Pause so diese Handlung quasi die Signale dafür einfach nicht mitbekommen oder andersrum super viel fühlen und die ganze Zeit irgendwas im Körper los ist und das total intensiv ist und eben verstärkt so die interozeptiven Signale, die inneren Signale wahrnehmen und dass er überwältigend wird.
00:18:04: Ja,
00:18:05: in dem Kontext ist es so das wenn wir dann einfach sagen ja dann hör mal auf dein Körper und geh mal mehr nach hinten und lausch mal nach innen und spür mal und so ne?
00:18:16: In beiden Fällen wäre das nicht unbedingt das erste Mittel der Wahl weil es nicht so viel hilft sondern da braucht's dann erst einmal möglicherweise Also nicht diese Vertiefung noch mehr da reinzugehen, sondern vielleicht erst mal nach außen gehen.
00:18:30: Erstmal äußere Orientierung schaffen oder
00:18:34: Kontakt
00:18:34: zu anderen Personen, Co-Regulationen also erstmal Sicherheit schaffen bevor ich mich dann vorsichtig auf diesen Weg machen kann nochmal neu für mich zu spüren und zu prüfen Was will mir mein Körper eigentlich gerade oder mein System grade sagen?
00:18:50: Ja Ich meine beides sind ja halt Muster, also das Muster der verminderten Wahrnehmung oder das Musta der verstärkten Wahrnehnung sind halt die Pole rechts und links.
00:19:07: Und es geht ja immer um den Graubereich dazwischen in dem man sich dann auch orientieren lernt um einen sogenannten Toleranzbereich, den wir irgendwie versuchen zu erweitern dass letztendlich der Grauberei ja fester wird
00:19:22: so
00:19:22: dass der halt uns mehr zur Verfügung steht und man nicht sofort in der verminderten Wahrnehmung oder in der verstärkten Wahrneemung landet.
00:19:35: Genau, das heißt eigentlich wollen wir Orientierung haben durch die Körpersignale?
00:19:41: Also letztlich ist das Ziel ja eigentlich, wenn wir ein bestimmtes Bedürfnis haben... im Prinzip unser System, unser Nervensystem und unser ganzes Körpersystem.
00:19:54: Unser Organismus arbeitet permanent daran die äußeren und inneren Signale so zusammen zu bringen dass wir die richtige Information kriegen um das entsprechende zu tun damit wir am Ende überleben.
00:20:10: Ja
00:20:10: es geht um Überleben.
00:20:11: genau ja also wirklich mal runtergebrochen Versucht unser Körper non-stop uns am Leben zu erhalten, also dass wir einfach weiter atmen können gehen können und reden können.
00:20:24: Also irgendwie eine soziale Interaktion zu treten und aber dabei halt noch atmen und irgendwie uns fortbewegen können.
00:20:33: Und dafür passt der halt an und nutzt den direkten Weg den es irgendwie gibt.
00:20:40: Genau wenn wir es nicht ums reine Überleben jetzt nur runterbrechen, sondern ums Wohlbefinden und gute überleben dann will unser Körper natürlich auch in einem Gleichgewicht sein.
00:20:54: Das kann Homostase sein das wird zum Beispiel eine stabile Körpertemperatur haben das kann aber auch Allostase bedeuten dass unser Körper sich entsprechend der Umweltbedingungen quasi anpasst und immer wieder Signale in irgendeiner Richtung gibt.
00:21:10: okay hier brauche ich jetzt Dies, das jenes zeigt es an über Druck, über Temperatur, über
00:21:19: Schnelle.
00:21:19: Ein Winter eine dicke Jacke im Sommer ne kurze
00:21:22: Hose
00:21:22: um das einfach mal am Beispiel festzumachen.
00:21:29: Ernährung, was baue ich gerade?
00:21:34: Genau.
00:21:34: also das ist im Prinzip... das Ziel, dass unser System laufend versucht rauszufinden wo fehlt gerade was und Informationen schickt.
00:21:43: okay das und das fehlt grad.
00:21:45: Und im besten Fall spüren wir das, nehmen es wahr interpretieren ist richtig quasi ja und handeln entsprechend.
00:21:55: Das heißt damit das passieren kann braucht's und somit diese Orientierung entsteht für die Handlung.
00:22:00: Was ist jetzt eigentlich mein erster Schritt?
00:22:02: Was tue ich als nächstes sinnvolles damit meinen system gut im Inneren Gleichgewicht bleibt, ist es wichtig dass einerseits die präzise Wahrnehmung zusammenkommt aber eben auch die entsprechende Sicherheit auch nervensystemische Sicherheit körperliche physische Sicherheit damit wir die Möglichkeit haben überhaupt das Signal entsprechend interpretieren und einordnen zu können oder eben auch diesen Raum zwischen Reiz und Reaktion zu nutzen.
00:22:34: Yes absolut!
00:22:36: Und ich möchte gerne noch einmal darauf zurückkommen, dass unseren Zuhörerinnen nochmal deutlich zu machen.
00:22:45: Dass wenn in Bewegungskontexten oder auch in Kontexten wo wir mit irgendwie in Selbstreflektion oder in somatische Arbeit reingehen – Ich glaube das findet überall statt!
00:23:03: wenn dann halt wirklich noch mal so dieses kommt zu höre auf deinen körper gehen mit deinem körper was sagt er den körper?
00:23:11: dass wir immer auch ein bisschen die brille auf haben dürfen von Was findet denn jetzt eigentlich also wo arbeite ich in meinem muster, also das was sich gut kann.
00:23:24: Also das wenn jetzt körperliche wahrnehmungen kommen und wo ja ist vielleicht auch einfach eine Möglichkeit da, um mal rechts abzubiegen und was anderes auszuprobieren.
00:23:40: Und letztendlich ist das ja die Anschlussfähigkeit zu der Anpassbarkeit.
00:23:45: Anpassbareit passiert ja durch Wahrnehmung von neuen Dingen, von neuen Mustern, von Neuen Welten, die wir innerlich spüren aber anders verarbeiten Ja.
00:24:02: Macht es das deutlich oder war das zu schwammig?
00:24:09: Nee, ich glaube es macht's deutlich!
00:24:11: Okay.
00:24:13: Sollen wir nochmal über den Punkt der Selbstreflexion sprechen?
00:24:18: Genau.
00:24:20: Du hast das ja schon angesprochen.
00:24:21: ne also denken und fühlen sind da irgendwie zwei paar Schuhe und einerseits braucht natürlich Selbstreflektion damit wir verstehen welche Muster da sind und welche wir verändern wollen.
00:24:35: Und gleichzeitig glaube ich, also wir beide kennen das glaube ich sehr gut.
00:24:38: Vielleicht geht es euch auch so wenn ihr zuhört Wir können uns manchmal auch supergut verstehen erklären analysieren.
00:24:47: aber warum habe ich jetzt das gemacht?
00:24:49: Warum hab ich dieses problem welche biografische erfahrung gehört?
00:24:53: Wir haben alle Narrative über uns.
00:24:56: Vielleicht haben wir ganz viele Erinnerungen und können uns erklären, warum bin ich jetzt so und zu geworden?
00:25:00: Und warum ist dieses Muster entstanden und nichts ändert sich?
00:25:04: Also wir sind vielleicht hoch selbst reflektiv und können nachher sagen ja ich habe mich das und deswegen so und so verhalten.
00:25:10: Das war das und das Bedürfnis.
00:25:13: aber im Endeffekt kommen wir immer wieder in die gleichen Muster- und Handlungen hinein.
00:25:21: Das kann eben sein, dass auch total super reflektierte Menschen abgeschnitten sind von dem was quasi im Körper ist.
00:25:28: Was fühlen?
00:25:28: Gerade genau passiert.
00:25:30: Ja das
00:25:31: Sensing
00:25:32: spüren!
00:25:33: Genau also in dem Moment wo ich noch erkläre warum ich jetzt gerade beleidigt bin gar nicht merke wie mein Kiefer angespannt ist oder sich in der Brust irgendwas zusammenzieht oder so.
00:25:52: Und letztlich ist das aber ja so diese Präsenz auch, also mitzukriegen.
00:25:56: Okay jetzt gerade bahnt sich irgendwas in meinem Körper an.
00:26:00: Jetzt grade wird es irgendwie eng in der Brust und ich kriege ein Kloß im Hals zu merken.
00:26:06: vielleicht macht mich grad irgendwas traurig.
00:26:09: Das ist dann der Unterschied vom Denken und Erklären zum Inneren erleben und wahrnehmen und spüren
00:26:18: Genau.
00:26:19: Und ich glaube aber einfach, dass es zumindest das was ich in meinem Alltag sehr wahrnehme oder im Alltag auch hier bei Bahu viele Menschen versuchen sich Dinge aus der Reflexion zu erklären anstatt ins Spüren und ins Fühlen zu gehen.
00:26:38: und dann erklären sie sich Rückenschmerzen mit ne ne ne oder Kopfschmerzen in eine Position, in einer Übung, in eine Technik zu begeben und zu spüren.
00:26:53: Fühlt sich das gerade gut an?
00:26:55: Also fühlt es sich gerade so an als wäre könnte ich hier noch ein bisschen liegen.
00:26:59: Fühlt sich das grade unbequem an?
00:27:01: Fühlte sich das grad frei an?
00:27:05: Ja du sagst das grade wie ein Kloß an!
00:27:07: Fühle dich das fest an, fühle dich wackelig an.
00:27:11: Und am Ende glaube ich ist es auch so immer wenn sich etwas anders anfühlt und es kann, das muss.
00:27:21: also ich will da gar nicht sagen dass das immer besser oder schlechter ist sondern anders fängt unser Körper bzw.
00:27:29: unser Gehirn an neue Verarbeitungswege zu finden um letztendlich Reizundreaktion ja anders zusammenzubringen.
00:27:41: Ja, da einfach echt einmal die Ermutigung an alle und ich kenne es auch.
00:27:46: Ich bin auch gerne in meinem Kopf und erkläre Dinge mit meinem Kopf Und weiß aber jetzt auch dass meine Kopfschmerzen gerade sicherlich nicht ausschließlich vom Rennrad fahren kommen und von den drei Trainings, die ich gemacht habe oder fünf Sondern die kommen halt auch einfach von einem Missverhältnis von Reiz-und-Reaktionen weil letztendlich mein Körper da einen Container gewählt hat und den Weg dahin, den er halt von früher noch kennt.
00:28:14: So!
00:28:14: Und wenn ich da jetzt reingehen wollen würde – das habe ich die letzten Tage sehr viel gemacht und hab versucht neue Wege zu machen – es hat auch geklappt aber irgendwie nicht so hundertprozentig, weil ich jetzt zu lange in diesem Muster für mich bekannten Muster bin war dass es da jetzt halt andere Unterstützung braucht.
00:28:39: Ziel ist einfach, dass wir vielleicht viel mehr im Alltag
00:28:47: Tools
00:28:47: haben
00:28:48: bzw.,
00:28:50: ich würde sagen die Aufmerksamkeit unsere inneren Signale wahrzunehmen und sie dann nicht mit der Kognition zu beurteilen, fair urteilen einzusortieren sondern erst mal nur da zu lassen wie sie sich gerade anfühlen.
00:29:10: Ja
00:29:12: voll und also das ist ja unsere.
00:29:14: ich glaube Aufmerksamkeit ist noch ein Teil wichtiges Stichwort weil wenn wir uns das wie so eine Taschenlampe vorstellen und wir haben einen Lichtkegel sozusagen ist ja klar, um innere Signale wahrnehmen zu können muss auch irgendwo auf diesen Signal so ein bisschen Licht hinfallen.
00:29:31: und wenn wir natürlich permanent im Kopf, im Denken und hundert Prozent unserer Energie da reingeht zu analysieren darauf rumzukauen usw.
00:29:42: dann bleibt wenig Aufmerksamkeit zur Interpretation oder zur Entschuldigung zur Wahrnehmung dieser Körpersignale und wir spüren es zum Beispiel nicht.
00:29:53: Das ist ja auch eine ganz langjährige Debatte, die auch noch nicht vollständig geklärt ist.
00:29:59: Irgendwie zwischen entstehen Gefühle jetzt erst im Kopf oder erst im Körper macht das Gehirn aus den Signalen was?
00:30:07: Also die Frage nach Hände und Ei.
00:30:09: Und mittlerweile weiß man eigentlich dass es natürlich ein Zusammenspiel ist und das aber für unsere emotionale oder unser emotionales erleben Die das innere Körper erleben auch total zentral ist.
00:30:23: Das, ich glaube das können wir auch ganz gut sagen aus Erfahrung.
00:30:27: Dass reine denken oder darüber reden über ein Problem, über etwas was sich verändern möchte hilft auch nicht und dann die ganze Zeit im Kopf sind Und eben nicht mit Kriegen nicht ins spüren und fühlen kommen.
00:30:39: und dass ist ja das spannende und irgendwie auch schöne Wenn es uns gelingt einmal so ein bisschen mehr Aufmerksamkeit dann tiefer sinken zu lassen wenn sie sich den ganzen tag im kopf irgendwie fest setzt wie die ganze Zeit auf irgendwas rumkauen und dann gelingt es, einmal das tiefer sacken zu lassen und wirklich zu fühlen.
00:30:59: Okay was nehme ich denn grad in meiner Brust wahr?
00:31:02: In meinem Bauch?
00:31:03: Wie fühlt sich meine Muskulatur an ist mir kalt ist mir warm usw.
00:31:08: Dann können wir im Prinzip in dem Moment gar nicht in diese permanenten Gedankenströme reinkommen sondern kommen wir eigentlich in eine andere Qualität und dieses Spürens die vor allem auch einfach eine wichtige Informationsquelle ist.
00:31:24: Das geht jetzt gar nicht darum, dies wichtiger oder besser sondern eher, wir nutzen halt einfach... Wir sind häufig so sozialisiert oder werden dazu angeregt permanent die Informationsquelle des Denkens zu nutzen und darüber des Spürens und des inneren Körpererlebens zu vernachlässigen.
00:31:41: Und darum geht es eigentlich eher diesen Kegel der Taschenlampe, das Licht auch so ein bisschen mehr auf das Innere erleben und die Signale, die aus dem Körper kommen, zu richten und dahin zu lauschen.
00:31:54: Wenn das eher das Thema ist dann glaube ich, dieser Tipp hört mehr auf deinen Körperspür, da mal rein, Lausch nach innen.
00:32:02: Ja.
00:32:03: Gold wert?
00:32:04: Absolut!
00:32:08: Da würde ich auch ganz gerne nochmal die, also Yoga einfach anmerken.
00:32:15: Wo wir ja mit Pratihada einfach diese Sinne zurückziehen haben was im Prinzip genau das bedeutet.
00:32:24: Geh in deinen Körper und check einfach mal wie ist da gerade so der Fahrplan?
00:32:31: Ist es tempo schnell oder langsam?
00:32:33: Ist da viel oder wenig?
00:32:35: und spürst so irgendwo was Festes, was Weich ist.
00:32:39: Und das wie du schon sagtest warm kalt also die Temperaturempfindung mit reinzunehmen.
00:32:49: Da geht es ja dann gar nicht darum sofort in den Container pushen zu wollen sozusagen.
00:32:55: Das ist jetzt so!
00:32:56: Das
00:32:57: ist so!
00:32:57: Sondern dass vielleicht auch einfach mal dastehen zu lassen.
00:33:02: Wie du auch gerade sagtest einfach mal sein lassen, wahrnehmen.
00:33:07: Ohne dass das irgendwas also das muss ja kein Ergebnis sein so sondern man kann die Interozeption also die Wahrnehmung der inneren Sensation einfach stehenlassen, wahr nehmen wirken lassen spüren
00:33:23: voll und und somit ja auch Schritt für Schritt auch in Veränderungen kommen nämlich erstmal über ein wertfreies wahrnehmen, was zugegebenermaßen sehr schwer sein kann.
00:33:36: Aber letztlich setzen da ja ganz viele Praktiken die rund um Achtsamkeit sich drehen an ob es jetzt Yoga ist oder andere Methoden.
00:33:45: Es gibt Feldenkreismethode alle mögliche Methoden um irgendwie so die innere Wahrnehmung zur Schulen.
00:33:52: und ein total wichtiger Schritt dabei ist eben aus der Bewertung rauszukommen und nicht direkt zu denken Das ist jetzt aber unangenehm oder ist das scheiße?
00:34:04: Oder gehe ich jetzt mal raus.
00:34:05: Oder ach, schön!
00:34:07: So bleibe ich jetzt sondern zu versuchen es möglichst neutral erst einmal zu stehen zu lassen und sagt immer so beobachten.
00:34:15: Aber beobachten kann was sein, aber auch eher kognitiv.
00:34:19: Wir können auch ins Fühlen reingehen und
00:34:22: das
00:34:22: einfach so bemerken wie sich vielleicht auch so eine Sensation, so eine körperliche oder eine Empfindung vielleicht auch verändert.
00:34:30: Absolut und ich finde, das ist auch immer auf Zeit zu betrachten.
00:34:35: Also manchmal helfen kleine Check-ins wo ich halt wahrnehme, boah es mir jetzt gerade heiß kalt um das einfach als Referenz zu nehmen oder Ich kenn meinen Puls zum Beispiel total gut Und ich weiß halt wenn der irgendwie quer schießt dann is grad irgendwas.
00:34:51: Dann darf ich da nochmal genauer hinschauen.
00:34:55: Das sind dann so kurze Wahrnehmungen.
00:34:56: aber wenn ich jetzt zb in im Yoga-Feldenkreis, was auch immer welchen Ansatz man da jetzt wählt gibt viele.
00:35:05: Ein Moment ist in einer Position diese Position auch wirken zu lassen einfach über eine Zeit lang sei da mal und ohne dass der Kopf sagt ja aber nee das ist ja nicht richtig ich darf er jetzt nicht so und so oder dieses und jenes oder meine Schulter muss so und sei da einfach mal einen Moment und daraus entsteht ja überhaupt erst eine Tiefe.
00:35:40: Ja, voll!
00:35:42: Und dann finde ich jetzt irgendwie auch nochmal spannend den Ansatz also einerseits... Ich glaube das was wir jetzt benannt haben ist ja schon durchaus eher dieses mehr nach innen zu gehen und auf ne neugierige beobachtende Art und Weise neutral mitzukriegen, was passiert gerade und da die Wahrnehmung zu schulen.
00:36:05: Und das kannst du besser erklären als ich.
00:36:08: aber so wie ich es bislang verstehe, kennt PRI auch noch mal eine andere Herangehensweise.
00:36:14: wenn uns das in dem Moment nicht möglich ist wir haben grad das Thema traumatische Erfahrungen benannt kann ja aber auch andere Gründe geben warum's uns schwer fällt grade irgendwie nach innen zu gehen dann einfach noch als alternative Möglichkeit dem Körper andere Erfahrungen erst mal zu zeigen.
00:36:32: Darüber, dass ich vielleicht... Sensorik!
00:36:35: Ja also eine bestimmte Körperhaltung einnehme mithilfsmitteln mich mit Wandstuhl handel was auch immer in eine bestimmten Körperhaltung bringe und darüber erstmal den körper wieder den weg zeige wie sich etwas auch anfühlen kann oder die sich etwas organisieren kann darüber quasi wie neue Wege zu bahnen.
00:36:58: Das ist ja so ein bisschen Werten, glaube ich schon mal das Bild von so einer Wachstafel quasi, wo vielleicht schon manche Spuren total eingefahren sind was vielleicht auch so Kompensationsmuster dann angeht weil es ist total easy da durchzugehen und andere müssen erstmal ganz neu gebahnt werden über neue Erfahrungen
00:37:20: und
00:37:21: sind dann aber überhaupt erst möglich auch zu gehen?
00:37:24: Ja genau und da ist Sensorik einfach und ich glaube, dass nicht nur Peer Eye das nutzt sondern... Ich habe jetzt von Manny gehört also die Yoga-Lehrerin, die hier bei Bahu arbeitet.
00:37:40: Dass im Jeden Yoga ja auch zum Beispiel nicht nur Bolster und Decken genutzt werden, sondern sie haben jetzt auch so Gewichtskissen und sowas mitgenutzt.
00:37:49: Und all das sind ja sensorische Tools, die unserem Körper halt eine Möglichkeit geben etwas anders zu spüren.
00:38:01: Etwas... Berührung
00:38:02: ist auch irgendwie ein wichtiger Punkt, ne?
00:38:04: Es gibt auch sehr innovative Ansätze von beispielsweise Massagen bei Depressionen oder so also sehr sanfte Berührungen die bestimmte Fasern im Nervensystem nochmal anregen, die letztlich auch wieder mit Interozeption in Verbindung stehen.
00:38:20: Also da gibt es ganz viele Ansätze und Möglichkeiten um da wieder einen neuen Erfahrungsraum zu schaffen.
00:38:29: Absolut und ich glaube das Wichtigste finde ich ist, dass so ein bisschen Neugierde vielleicht... Ich beschreibe es immer mit einer kindlichen Neugiere und auch wenn's ein schweres Thema ist für viele Menschen, da so'n bisschen mehr mit Leichtigkeit ranzugehen und vielleicht eher mit zum... ich beschreib das immer wie so ein Videospiel in meinen Klassen.
00:39:01: Wir schalten uns halt von Level zu Level, halt neue Level frei!
00:39:06: So, das ist so ein bisschen wie bei Super Mario.
00:39:08: Im ersten Level spüre ich halt erstmal vielleicht nur meine Knie die immer geschmärzt haben.
00:39:14: im zweiten Level checke ich halt ah ok!
00:39:17: Ich habe ja auch noch einen Becken.
00:39:18: Ah krass okay!
00:39:19: Das fühlt sich irgendwie jetzt nicht mehr so fest an und nicht mehr unbeweglich.
00:39:26: Und dann spiele ich mir quasi von Level zu Level mehr interozeptive Ebenen frei.
00:39:35: Ja und das finde ich eigentlich total schön, weil es so einen neugierigen spielerischen Charakter hat.
00:39:46: über die Zeit, über ein Prozess und da finde ich es ist auch noch mal wichtig das ist nichts also für alle Zuhörerinnen zu sagen.
00:39:53: Das ist jetzt nicht was du in einer Session mal eben so haken dran und erledigst sondern Es ist sein Prozess!
00:39:59: Und dieser Prozess der dauert.
00:40:01: Es ist ein lebenslanges Lernen.
00:40:03: So wir können halt lebenslang irgendwelche Level von introzeptiven Sensationen freischalten und dürfen uns darüber freuen.
00:40:13: Total!
00:40:14: Und das kann ja eigentlich auch so spannend sein, wie wenn man einmal diese große Hürde vielleicht überwunden hat und die Fühler ausgestreckt hat und wieder Kontakt aufgenommen hat zu den ganzen unzähligen Empfindungen dann kann es ja eine spannende Reise sein, auch über Stunden sozusagen.
00:40:38: zu folgen, was tut sich jetzt gerade in meinem Körper und dann über so eine reine Interozeption.
00:40:46: Also die reine Wahrnehmung und Interpretation dieser Signale noch ein Stück weit hinausgeht aber darüber auch innere Bilder entstehen zu lassen.
00:40:53: So einen Feldsens nennt man das in der Psychologie auch irgendwie zu gucken welche übergeordnete Bedeutung also nicht nur das Signal so Jetzt habe ich Hunger und jetzt muss ich etwas essen sondern ja gibt es vielleicht auch irgendwie eine übergeordnete Bedeutung, innere Bilder die entstehen, Visionen oder Erinnerungen sozusagen.
00:41:14: Das kann wie so ein Tor sein ja zu einer mehr unbewussten Welt quasi was sich öffnet.
00:41:21: also von daher wollen wir euch da ermutigen auf diese Reise zu gehen.
00:41:27: oder letztlich auch das kennen wir auch aus dem Yoga man könnte als Platz sagen boah du machst jeden Tag immer wieder das gleiche immer wieder die gleiche Sequenz immer wieder der gleiche Bewegung.
00:41:37: Und trotzdem kann sich das jeden Tag so anders anfühlen, weil wir eine ganz andere Grundvoraussetzung mitbringen anderen hormonellen Zustand.
00:41:46: Andere Jahreszeit, andere äußere Einflüsse.
00:41:49: Das ist vielleicht etwas was wir in einer sehr schnellen Welt mit sehr vielen intensiven Reizen im Außen erst mal wieder für uns entdecken müssen dass da auch was total spannendes drin liegt aber feineren Wahrnehmungen.
00:42:08: Ja, langsamer wiederholender, feiner und vor allen Dingen halt prozesshaftiger!
00:42:17: Und nicht quick fix-quick dirty wie auch immer.
00:42:20: Ja
00:42:21: es heißt
00:42:24: Veränderung oder Grundlage von Veränderungen ist eigentlich dass wir uns auf den Weg machen dafür offen zu sein zu lernen Ja, wie unser inneres Erleben stattfindet.
00:42:42: Das präzise Lesen zu lernen statt ist irgendwie wegzudrücken oder das jedes Signal als unmittelbare Wahrheit zu empfinden und impulsiv zu handeln oder das immer zu bewerten oder zu erklären.
00:42:56: Ja total!
00:42:57: Und wenn du Zuhause Lust hast da vielleicht für dich nochmal so ein bisschen reinzuspüren reinzufühlen Dann... Also hierbei sage ich immer ganz gerne, wie fühlt sich deine rechte Körperseite an und wie fühlte dich deine Linke an?
00:43:19: Die Frage darfst du dir auch zu Hause gerne mal stellen oder ist dein Körper gerade?
00:43:25: welches Tempo hat er?
00:43:26: Welches innere Tempo gibt es grade?
00:43:29: Bist du eher schneller unterwegs, eher langsamer unterwegs.
00:43:32: Und das mal wahrzunehmen und dann auch zu gucken Ist da eher viel oder ist da eher wenig?
00:43:38: weil es gibt auch wenig schnell wohin gegend man vielleicht eher vermutet, dass es viel schnell ist.
00:43:44: Aber da haben wir halt andere Koppelungsschleifen und dann kannst du auch vielleicht mal schauen so
00:43:52: wo ist
00:43:52: Druck oder wo
00:43:54: ist
00:43:54: Spannung?
00:43:55: Und wo ist mehr Leichtigkeit im Körper?
00:43:58: Hast du noch was Chrissy?
00:44:01: Kannst du den Atem zu beobachten, das ist ja auch immer sowas ganz naheliegendes weil Ja, auch so die Verbindung zwischen sehr unmittelbaren körperlichen Reaktionen und aber auch etwas was ich beeinflussen kann ist.
00:44:18: Oder du könntest auch summend ausatmen und mal spüren macht das irgendwas in meinem Brustkorb oder in meinem Gesicht.
00:44:27: Merke ich irgendeine Veränderung?
00:44:29: Also es gibt da überhaupt keine... Es gibt unzählige Möglichkeiten.
00:44:35: nichts was besser oder schlechteres sondern da geht's eher darum dass wir uns einfach mal im Moment hinsetzen, innehalten und die Taschenlampe quasi darauf richten was
00:44:47: passiert.
00:44:48: Ja klar das ist die Basis dafür dass wir innere Signale wahrnehmen können.
00:44:53: das überhaupt.
00:44:54: Aufmerksamkeit und Zeit fürs
00:44:56: ja voll absolut.
00:44:59: wenn du es noch nie gemacht hast zuhause dann nimm dir vielleicht erstmal einen ruhigeren Moment und die geübterin unter euch haben dann vielleicht auch einen Moment beim Bus fahren oder beim Bahnfahren.
00:45:14: Und wenn du es noch nie gemacht hast, dann sei nicht enttäuscht, wenn nicht direkt eine Antwort kommt sondern das braucht vielleicht erst mal wieder immer wieder Kontakt und Annäherungsversuche bis wir unsere Wahrnehmung da schulen können.
00:45:32: Also wenn du's noch nie macht, ist der Atem immer der gute Anker um da so ein bisschen mitzugehen und den vielleicht auch erstmal wahrzunehmen, zu checken.
00:45:43: Wo fließt die Atmung eigentlich hin?
00:45:45: Und damit gibt es dann eine konkrete Aufgabe.
00:45:50: Die macht das dann häufig leichter um an Wahrnehmungen ans Spüren im Inneren ranzukommen.
00:46:02: Ja!
00:46:03: Ich glaube hier machen wir einen Punkt für
00:46:04: heute.
00:46:05: Machen wir.
00:46:06: Danke euch fürs Zuhören.
00:46:08: Yes
00:46:09: Danke!
00:46:09: Fragt uns gerne, wenn ihr Fragen habt oder Kommentare, Anregungen andere Sichtweisen Meinungen.
00:46:16: Wir sind ganz gespannt von euch Feedback zu bekommen oder in den Austausch zu gehen?
00:46:22: Yes schreibt uns bei Insta oder auch bei Spotify und dem Dienst den du nutzt.
00:46:28: wir sind auf jeden Fall über Instagram gut erreichbar einmal über Repattern Unterstreich Podcast und aber auch über unsere privaten Profile, die dort verlinkt sind.
00:46:40: Und dann hören wir uns in zwei Wochen wieder.
00:46:44: Macht's gut!
00:46:45: Ciao!
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